Her mit dem Stigma!

„Situationsanalyse und sozialpädagogische Diagnose ergeben ein klares Bild, das Frau X die Jugendliche Y bisher hervorragend unterstützt hat. Es ist nun an der Zeit, Y , die sich im Abnabelungsprozess von der Familie befindet, externe Unterstützung anzubieten, damit gleichzeitig Frau X zu entlasten und ihr wieder Freiraum für die eigene Weiterentwicklung zu schaffen. Die Unterstützung der Y erfolgt im Hinblick auf die von ihr zu erbringenden besonderen Leistungen beim Übergang in das Erwachsenen-Leben. Es besteht ein Anspruch auf Unterstützung gemäß §§ …….“

Ja!
Nach jahrelangem, kräftezehrendem Begleiten eines Kindes mit speziellem Betreuungsbedarf im familiären Miteinander,  bei der Erlangung von Alltagsfertigkeiten, Schule, Freizeit und gleichzeitiger Stärkung besonderer Fähigkeiten und Begabungen wären diese Worte Ausdruck der Anerkennung und Wertschätzung elterlicher ( hier alleinerziehender, berufstätiger ) Höchstleistung und gleichzeitig ein Signal an den jungen Menschen, dass es sich lohnt, ihm, der seinen Weg in die ‚Normalo-Welt‘ so mühsam finden muss, individuelle Orientierungshilfe anzubieten. image

Wären?
Unser Jugendamt ist wirklich o.k. Verständige und engagierte Mitarbeiter. Schnelle Bearbeitung. Eine für alle akzeptable und vorwärts weisende Maßnahme.

Aber….
Um den Anspruch auf Unterstützung zu begründen, müssen die Voraussetzungen des Gesetzes erfüllt sein. Und dieses spricht von hilfebegründenden Defiziten. Bei den Eltern und Kindern. Worte wie Überforderung, Probleme usw. im amtlichen Bescheid brennen wie Feuer. Da kühlt auch der Gedanke, dass die beteiligten Sozialpädagogen das gar nicht so sehen, sondern eher Respekt vor dem, was wir geschafft haben, ausdrücken und eifrig dabei sind, sich auf unseren Kenntnisstand bzgl. Synästhesie, Hochsensibilität & Co zu bringen, nicht wirklich.

Schwarz auf weiß.
‚Ihr kriegt es nicht hin‘.
Der Preis, den Familien wie wir immer wieder zahlen müssen.

Da wundert es nicht, dass viele Familien den Gang zum Jugendamt scheuen.

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Zur Unzeit geküßt

Da hab ich doch wieder an meinem freien Tag die Finger nicht von der Arbeit lassen können.
Eine Sache, die ich mir abgewöhnen will.

Doch plötzlich waren da Formulierungen in meinem Kopf.
Für einen demnächst zu haltenden Vortrag …..bislang hatte ich nur das Thema im Oberstübchen herum geschubst.
Und nun: voilà, alles da.
Sofort aufschreiben, später gelingt bestenfalls eine Kopie.

Heute dann Schlafmangel.
Also etwas später zur Arbeit.
Schön sutje mit dem Rad fahren und dann noch den MorgenKlick machen.
Mal eine andere Strecke.
Für meine heutige Route gilt : keine Hauptstraßen, wenn es sich vermeiden läßt.

Also los.
Ich hätte 10 MorgenKlicks machen können, so viele Dinge fallen mir auf.
Aber das gilt nicht.
1 Motiv, 1 Klick.

Die Entscheidung ist gefallen:

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Ich radle weiter.
Vorbei an Manufaktum…einem Laden, in dem es nur handgefertigte Dinge gibt.
Hochwertiges Handwerk.
Gerne bummele ich dort durch und bewundere die feilgebotene Ware. Die ich mir nur ansehen, nicht leisten kann.
Bewundere die Geschicklichkeit, das Können, welches dafür nötig ist.
Warum um alles in der Welt wird diese Arbeit nur so gering geschätzt?

Ich gehöre selbst einer Berufsgruppe an, die man nicht gerade liebt, die aber ein hohes Ansehen hat. Ein angeblich schweres Studium. Pah…aber man kann es bei genügend Ehrgeiz und diversen Untugenden so weit bringen, dass man sich locker all die schönen sorgfältig erstellten Dinge kaufen kann: Möbel, Brettspiele, Kleidung, Nahrung, Kosmetik, Spielwaren und vieles mehr.
Handmade in Germany, payed not really well, low reputation.(1)

Nicht, dass ich falsch verstanden werde. Industrielle Produktion hat auch den Vorteil, Gerbrauchsgüter für viele überhaupt erst bezahlbar zu machen und zurück in die Steinzeit möchte ich schon gar nicht nicht.

Weiter gehts, ehe ich mich zu sehr aufrege.

Plötzlich schießt mir das Konzept meines ersten Kurses für Erwachsene, in dem ich mein gerade in der laufenden Fortbildung neu erworbenes Wissen praktisch anwenden kann, in den Kopf.
Alles klar vor Augen.
Zielgruppe.
Inhalt. Struktur.
Ja, das ist es.

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Lohnt sich doch, mal vom Weg ab zu kommen.

(1) schlecht bezahlt, niedriges Ansehen

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