Freigeist sucht Mentor

Sie erleben die Welt von Anfang an auf besondere Weise.
Es sind Synästhetiker, Autisten, ADHSler , Hochsensible…… und bestimmt gibt es noch mehr Spielarten einer vom mainstream abweichenden Wahrnehmung und Denkweise.

Sie sehen die Welt auf ihre ganz eigene Weise und keiner merkt es zunächst.
Sensiblen Eltern fällt auf, dass das Kind anders ist und versuchen es mit Gelassenheit so anzunehmen.
Andere sind genervt, dass es viel schreit, sich gegen etwas wehrt, wo doch alles o.k. ist oder sich „anstellt“, obwohl es keinen sichtbaren Grund dafür gibt.

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Allen Eltern gemeinsam: sie müssen erst einmal heraus finden, wie ihr Kind tickt. Erst dann können sie Verständnis entwickeln und ihr Kind unterstützen. Dabei werden die Eltern oft allein gelassen.
Oder es werden Therapien abgearbeitet, wo es vllt. gar keine braucht.
Sondern einen geduldigen “ Erklär-Bären“.

Wer aber kann für diese Menschen mit besonderen Begabungen ein solcher Mensch sein?
Eltern sind dazu nur begrenzt in der Lage. Es sei denn, sie verfügen über eine gute Wahrnehmung der eigenen Empfindungen und ihres Verhaltens und der ihres Kindes. Erkennen, wo diese sich nicht decken und entwickeln gemeinsam Strategien für das Leben in Mitten von “ neurotypischen “ Menschen.

Wer könnte das also besser als erfahrene Menschen mit zumindest ähnlichen Dispositionen? (1)
Ein Kind, dass erst mit 12 Jahren erfährt , das es synästhetisch wahrnimmt und dass das eine Kraft und nicht nur eine Last sein kann……was hätte es alles vorher schon mit dieser Begabung machen können, anstatt sich immer nur “ komisch“ und anders zu fühlen? Ohne es einordnen zu können.

Ein Kind, dass Töne schmeckt oder sieht, wird beim Hören eines Musikstücks etwas anderes empfinden, als ein Lehrer, der das nicht macht. Missverständnisse sind vorprogrammiert. Ein Missverständnis in der Klassenarbeit mit der Fragestellung : “ was wollte der Künstler damit ausdrücken? “ führt oft zu schlechten Schulnoten.

Gleiches im Kunstunterricht, wenn Farben synästhetische Empfindungen auslösen, in Mathe, wenn Rechenwege sich syästhetisch erschließen und nicht so, wie es im Mathebuch steht.

Für Autisten , ADHSler und alle anderen Hochsensiblen stellen sich ähnliche Probleme.

Mentoring ist eine in der Arbeitswelt mittlerweile auch bei uns anerkannte Unterstützungsmethode. Erfahrene Menschen, die einen bestimmten Entwicklungsweg erfolgreich gemeistert haben, nehmen Unerfahrene unter ihre Fittiche.
Dabei muss das Setting stimmen: Mentor und Mentee müssen von der zu bewältigenden Herausforderung her zusammen passen und die Chemie muss stimmen.

Mittlerweile gibt es einige Projekte, die diesen Gedanken auch bei der Unterstützung von speziellen Personengruppen aufgreifen. Menschen, die sich selbst ohne Mentor durchschlagen mussten, nehmen sich nun der nächsten Generation an.

Mir gefällt:
arbeiterkind.de
schlauFox.de ( siehe auch hier )

Vielleicht gibt es noch mehr.
Ich wünschte mir, dass es Mentorenprogramme auch für die von mir genannten jungen Menschen gäbe.
Allerwelts-Nachhilfe, Therapien, Förderkurse usw. bringen es oft nicht. Sind sie doch von Personen erfunden worden, die in einer eher gewöhnlichen Wahrnehmungswelt leben.

Vor allem schaffen sie eins nicht: sich in seiner Besonderheit akzeptieren und seine besonderen Stärken nutzen lernen. Sich nicht als Ausnahme- und Problemfall zu sehen.
Persönliche und zugewandte Unterstützung und Hilfestellung. Am positiv vorgelebten Beispiel erkennen, dass man mit seiner Disposition erfolgreich sein kann, wenn auch meistens über ganz andere Wege als die Mehrheit.
Mut geben,den ganz eigenen Weg zu entwickeln und zu beschreiten.

Da wären unsere Steuergelder mal gut angelegt.
Anstatt Inklusion zu stümpern, pseudo-berufsqualifizierende Warteschleifen für Jugendliche zu installieren, nur damit diese aus der Arbeitslosenstatistik heraus fallen und viele andere Absurditäten.

Ich bin sicher : an Mentoren würde es nicht mangeln. Man muss sie nur finden wollen. Und ja: es darf auch Geld dafür in die Hand genommen werden.

“ Best Practice “ – ausnahmsweise mal für die Menschen und nicht für den Profit.

(1) Eltern erfahren oft erst über ihre Kinder, dass sie eine ähnliche Disposition haben. Dann müssen sie sich erstmal selber sortieren. Oft haben sie selbst einen langen Leidensweg -ohne Unterstützung- hinter sich

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Unbekannter Lehrplan…

…oder die Crux mit der Inklusion

in der ZEIT ONLINE ist kürzlich ein langer Artikel zum Thema Inklusion erschienen. Dorit Kowitz hat sich in “ Wie viel anders ist normal? „ die Mühe gemacht, einmal genauer hinzuschauen. Auf die unterschiedlichen Kinder mit ihren entsprechenden Bedürfnissen und Bedarfen. Auf die Lehrerschaft, die Finanzen und die Politik. Darauf, was viele erträumen und das, was Realität ist.

Allein das scheint schon Grund genug, diesen Artikel gut zu finden und zu teilen….in FB, in Elterninis usw. Nimmt sich ja auch positiv zwischen dem vielen dummen Geschreibe und oft auch Gehetze zum Thema aus.
Dennoch: es fehlt was, bleibt ein schaler Geschmack.
Nur ein Zustandsbericht, noch nicht einmal ein realistischer.

Ich weiß von Kindern, die jahrelang gar nicht mehr zur Schule gehen. Nicht möglich bei uns? Oh doch. Keine Schule nimmt sie. Das geht nicht? Aber sicher. Dazugehörige Eltern, meist Mütter, die nicht mehr arbeiten gehen, weil jemand zu Hause sein muss. Handelt es sich um Schwerstbehinderte? Weit gefehlt, oft sogar sehr talentiert, manchmal hochbegabt (mag ich gar nicht, diesen Testauswertungsbegriff), aber zu sensibel, um z.B. den Krach in einer Klasse aushalten zu können. Die Sinne so geschärft, dass es nicht geht und zu Abwehrreaktionen führt.
Alarmstufe rot – fast den ganzen Tag. Weil der Rahmen nicht stimmt. Oft Autismus genannt.

Die Eltern froh, wenn diese Kinder dann auf der Sehbehindertenschule genommen werden. Da ist andere Wahrnehmung nicht ungewöhnlich und die Schullaufbahn endet nicht zwangsläufig mit Förderabschluss.
Die Verzweiflung der Eltern ist ebenfalls nicht weit: ausgesondert ist nicht nur ihr Kind, sondern auch sie. Eine eigene Welt für die ganze Familie. Auch in der Sehbehindertengemeinschaft haben sie nur Gaststatus, wenn überhaupt.

Mir sind Kinder bekannt, denen sieht man gar nichts an. Deren Eltern jahrelang hinter einer Diagnose her rennen, um nur ein wenig Anspruch auf Rücksichtnahme für ihr Kind in der Schule zu bekommen. Mit viel Förderung, Verständnis und manchmal Medikamenten schaffen diese Kinder es, ihre Handicaps so gut zu kompensieren, dass sie keiner merkt, sie nur manchmal „komisch“ wirken. Das kostet ungeheure Kraft, die des Kindes und der Eltern. Auf Dauer nicht zu leisten. Depressionen und andere psychische Erkrankungen winken. Was prägt ist der Abdruck auf der Seele von Eltern und Kind, nicht gesehen und verstanden zu werden, nichts richtig zu machen. Sonderstempel für Erziehende: das Kind nicht zum Erfolg zu führen, versagen.

Körperbehinderte, die Schulen besuchen, in denen sie weit unter ihren intellektuellen Möglichkeiten gehalten werden. Mit der Perspektive, in einer Werkstatt zu arbeiten. Ausbruch wird mit endlosen Anfahrtswegen bestraft oder wenn man ganz hartnäckig ist, mit Gerichtsverfahren um den Platz in der gewünschten Schule, um das persönliche Budget, um persönliche Assistenz.

Schwer erkrankte Kinder, die im Krankenhaus gerade mal 2 Stunden Schule bekommen, über lange Zeit. Welchen Abschluss werden sie einmal machen, wenn sie nicht sterben, sondern mit einer chronischen Krankheit werden leben müssen?

Selbst gesunde Kinder aus fremden Ländern sind für unsere Schulen oft nicht normal genug, um einen guten Abschluss zu bekommen.

Das Risiko für alle diese Menschlein: nicht in der Familie aufwachsen können, wenn eine angemessene Schulbildung realisiert wird.

Fast alle finden „Beste Freunde“ toll.
Ein Film, der erfolgreich im Kino lief, in keinem guten Heimkino fehlt.
Das ist es, was wir wünschen.
Akzeptanz statt Mitleid.

Die Idee der Inklusion ist eine gemeinsame Lern-und Lebenswelt für alle.
Das braucht Geld, viel, viel Geld. Und unseren Enthusiasmus und beinharten Willen, es zu schaffen.
Ohne wird es nicht gehen, das Brett, das zu bohren ist, ist zu dick.

Mut für neue Wege.
Es ist nicht richtig, von Menschen mit besonderen Bedarfen, die oft von der Sparversion der pädagogischen Betreuung, der auch nicht behinderte Menschen ausgesetzt sind, erheblich mehr benötigen, zu verlangen, dass sie es nur mit einem bisschen mehr schaffen.
Schließlich leisten sie auch nicht nur ein bisschen mehr.
Neben dem regulären Schulstoff muss jedes Kind auch die eigene körperlich-geistige-emotionale Entwicklung meistern. Gute Schulen versuchen, dem gerecht zu werden. Unser Schulsystem insgesamt nicht.

Kinder mit Integrationsbedarf, sei er gesundheitlich oder sozial begründet, haben einen viel umfassenderen Lehrplan. Die meisten Lehrer erahnen das Ausmaß dessen nicht einmal. Was andere im Vorbeigehen mit lernen, wird oft mühsam geübt. Auch sogenannte „Kleinigkeiten“.

….you’re goin‘ blind, you ain’t stupid!

Ein Lehrer, der sagt: „das muss in diesem Alter jetzt aber mal klappen“ gehört in eine Schulung, mindestens.
Diese Kids besuchen Therapien, müssen im Alltag klar kommen, Hilfsmittel – technische, soziale oder sogar eigene innere – benutzen lernen, um unsere Kulturtechniken beherrschen zu können.
Oft müssen sie erst einmal heraus finden, was sie in welcher Weise überhaupt brauchen und wie es ihnen helfen kann. Mit dem Lesen von Testberichten, ärztlichen, pädagogischen und freundschaftlichen Ratschlägen ist es nicht getan. Die Maßnahme, die für den einen gut ist, muss dem anderen nicht helfen. Ausprobieren, viele Male, viele Dinge.
Muss ich noch sagen, was das für die Eltern bedeutet?

Bedenkt doch endlich mal: auch dieses Lernen braucht Zeit!

Zeit, die keine aktuelle Schulform diesen Kindern bietet. In der Regelschule 9, 10, 12 oder 13 Schuljahre.
Die Förderschulen sind da flexibler, aber dafür gibt es meist keine höheren Abschlüsse. Wer da mit dem Hauptschulabschluss raus kommt, auch wenn es nach der 12. Klasse ist, ist ein Champion. Eine Alternative? Wohl kaum.

Inklusion heute leben heißt:
so tun, als würde es diesen erweiterten persönlichen Lehrplan nicht geben und in gleicher Zeit ein Vielfaches als die Klassenkameraden leisten, allerdings ohne den netten Zusatz im Zeugnis:

XY hat immer alle Zusatzaufgaben zuverlässig erledigt.

Und, wenn die Behinderung offensichtlich ist: nicht in der Masse abtauchen können, wie man das als Schüler gerne tut und zuweilen braucht. Präsentierteller.

Wer macht sich eigentlich darüber Gedanken?
Und darf man auch mal denken, dass es vielen „normalen“ Kindern auch gut täte, mehr Zeit zum Sich-Entwickeln zu bekommen? Ich sage da nur Pubertät, aber es gibt noch vieles mehr.
Es ist müßig, über individuelles Lernen, Integration und Inklusion zu reden, wenn nicht endlich einmal über die dafür vorhandene bzw. benötigte Zeit gesprochen wird. Wer sagt, jedes Kind hat sein eigenes Lerntempo aber am Tag X muss es dies und das und jenes definitiv können sonst – „Tschüs “ – der ist bei bei diesem Thema nicht ernst zu nehmen. Was, außer Geld , spricht gegen einen Hauptschulabschluss nach der 12. Klasse, ein Abitur nach der 15. – wenn es denn die individuelle Entwicklung erfordert?
Oder: muss es immer der heute standardisierte formale Schulabschluss sein, der den Zugang zu qualifizierten Berufen ermöglicht? Unbeschadet der persönlichen Eignung?
Empathielose Ärzte, talentfreie Journalisten, weltfremde Richter…das alles darf sein. Aber ein Diplom ohne stundenlanges Zeit-Absitzen in der Uni und niemanden interessierende Abschlussarbeit? Ein begnadeter Instrumentenbauer ohne Hauptschulabschluss? Dolmetscher ohne Matheprüfung? Darf man überhaupt etwas sein, wenn man in Prüfungen blockiert ist?
Wofür oder besser: wonach wird man später bezahlt….für das bloße geduldige Ausharren in unseren Bildungsinstitutionen mit Finale?
O.k. , so ein paar kleine Sonderwege à la “ Studium ohne Abitur “ haben wir ja. Nichts Weltbewegendes…..darauf kann man sich nicht ausruhen.

Unsere Gesellschaft denkt in die andere Richtung: mit 5 rein in die Schule, nach möglichst wenig Schuljahren wieder raus, schnelle kurze Ausbildungen und dann rein ins Arbeitsleben (haha). Arbeiten bis ins hohe Alter (haha) oder Frühverrentung mit Mitte 30 ( zu oft: jaja).
Für alles braucht man einen Zentral-Abschluss, Zentral-Abi, Zentral – Certifikat, Zentral- pi-pa-po.
Wegen der Vergleichbarkeit….Pech für die Unvergleichlichen.
Dafür ist Geld da.

Und weil ich ja immer so gerne vom Hölzchen auf’s Stöckchen komme:
in meiner Schulzeit war weder von Integration noch Inklusion die Rede. Trotzdem hatten wir eine Mitschülerin in der Oberstufe, die wegen ihrer Spastik auf den Rollstuhl angewiesen war. Sie musste sich böse Sprüche von manchen Lehrern anhören, so im Bio-Leistungskurs. Genetik: Frauen sind noch dümmer als Nigger als Behinderte . Da gab es aber Stimmung, meine Güte!

Wir Schüler hatten keinerlei Probleme mit ihr, außer die üblichen, die man so untereinander hat als junger Mensch. Die Sache mit dem Rollstuhl haben wir locker gehändelt. Fast alles konnte sie selbst und wenn nicht, haben wir geholfen. Berührungsängste gab es nicht. In unserer Familie wurde ein alter Mensch gepflegt, da kannte man so Einiges. In anderen Familien gab es das auch. Ob die heutige Abwesenheit von Gebrechlichkeit in den Familien eine Rolle in der aufgeregten Diskussion um das Miteinander spielt, besonders bei besorgten Eltern der angeblich sich in allen Bereichen schnell entwickelnden Kinder? Angst essen Seele auf?

Absolut cool war: unsere Mitschülerin war älter als wir und wohnte schon alleine. Herrliche Freistunden!
Allein im Badezimmer konnte man zu acht sitzen und gemütlich chillen und so, um den nächsten Kurs zu überleben 😉

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Überlistet !

Lev Yilmaz bringt es auf den Punkt:

Ich baue schon lange lieber Papierflieger……. wenn ich die Kladdenblätter nicht gerade für eine Listen-schreib- Ausnahme aufgrund meiner bewährten und hier in 6 posts beschriebenen AVNDPM Aufräummethode brauche .

Ist ja bald Zeit für den Frühjahrsputz.
Die AVNDPM glänzt erst so richtig bei Aktionen, die das alltägliche Maß deutlich überschreiten.

Alles klar?

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Diagnose: Gehindert

Wem es nicht vergönnt ist, 40 Wochen im schützenden Mutterleib heran zu reifen, muss sehen , wie er mit der kalten, reizüberfluteten Welt klar kommt. Einfach sterben ist nicht erlaubt.
Kämpfen vom ersten Atemzug an ist Programm.

Aus dem Gröbsten raus – sprich außer Lebensgefahr- könnte ja nun eine kleine Erholungspause angesagt sein.
Aber nein. Schnell aufgeholt werden soll nicht nur das Gewicht, sondern auch die sensorische und motorische Entwicklung.
Dafür zuständig ist meistens die Mutter.

Vergleichsmöglichkeiten gibt es viele: andere Kinder, diverse Tabellen in Büchern, Ratgeber, Internet.
An Beratern mangelt es nicht: Eltern, Geschwister, Freunde, Kollegen, Ärzte.
Allen gemein: sie haben keine Ahnung, wenn sie nicht auch ein ebensolches Kind begleitet haben. Nicht einmal die Ärzte.
Klappt es mit der Entwicklung nicht planmäßig, sind gleich diverse Erklärungen parat.

Die Charts:
Falsche Erziehung
Das Kind wird verwöhnt
Die Eltern übertragen Ängste und sonstwas
Falsche Ernährung

Oder
Das Kind hat nichts
Das wird schon
Das wächst sich aus

Bei weitem noch nicht alles.
Niemand traut den Eltern zu, ihr Kind zu kennen und ungefähr richtig einzuschätzen.

Kommt dazu noch Hochsensibilität ins Spiel, wie auch immer sie sich äußern mag, wird es spannend.
Das Kind soll diese verleugnen. Denn sonst ist es nicht NORMAL.
Die Eltern sollen sie verleugnen, und damit ihr Kind. Ist DAS normal?

Normal- ein Zustand der angestrebt werden muss.
Wer das sagt?
Keiner, aber es denken die meisten.
Im Rahmen der Norm. Wessen?

Was wünschen sich Eltern? Ein glückliches Kind? Haben sie in ihm den Schatz des Besonderen entdeckt, bieten sie vielleicht noch eine Weile dem mainstream paroli.

20130222-071147.jpgSpätestens im Laufe der Grundschulzeit der Wunsch: wir möchten es auch einmal einfach nur leicht haben.

Alle Versuche, Institutionen dazu zu bringen, das Kind einfach so (an) zu nehmen wie es ist und dennoch zu fördern, und zwar so, wie es dem Kind entspricht, scheitern.
Eine anerkannte Diagnose muss her.

Eine Odysee beginnt bzw. wird fortgesetzt.
Kinderarzt, Sozialpädiatrisches Zentrum, Psychotherapeut.
Ergotanten , Pädaudiologen und noch mehr – ogen und -euthen.

Statt Hilfe gibt es : das tiefe Bewusstsein, nicht richtig zu sein. Nicht zu passen.

Alle Versuche des Kindes, die Dinge in seiner Weise zu machen, werden kritisiert.

Wer über eine besondere Begabung, mit der gesellschaftlicher Erfolg verbunden ist verfügt, kann sich glücklich schätzen. Kauzig aber intelligent.
Wer eine Begabung hat, die keiner kennt, Synästhesie z.B. , kann sich glücklich schätzen, wenn er nicht für verrückt erklärt oder dumm gehalten wird.
Im ICD 10, 2008 noch als Krankheit (R20.8) aufgeführt. (1)
Nun ja, im künstlerischen Bereich ist das neuerdings chic. Immerhin.
Ist man einfach nur “ gewöhnlich Anders“ hat man Pech.
Summa summarum aber sind alle freaks und als solche werden sie auch behandelt.

Unpassend auch die Eltern, die ihr Kind nicht auf Spur gebracht haben. Oder die einfach nicht kapieren wollen : d b d d h k P ! (2)
Erst Recht wenn sie für ihr Kind trotzdem den Anspruch auf Bildung, Ausbildung und Selbstbestimmung postulieren.
Nicht individuelles Lernen ist angesagt, sondern es wird am Ziel abgespeckt. Geht ganz einfach.

Und nun kommt Inklusion . WOW.
In einer Welt, die es nicht nicht einmal Babys erlaubt, sich für den Aufrichtungsprozess individuell Zeit zu nehmen, sollen Schulen in kurzer Zeit komplett akzeptieren was vorher undenkbar war.
Kosten darf das alles nichts, das ist klar.
Ist hier nicht eher noch Sparpotential – fragt sich da der findige Politiker.
Auch hier wieder : ohne Diagnose geht gar nichts.
Nicht unbedingt einleuchtend, ist doch die Teilhabe aller das erklärte Ziel.
Wozu dann also das Ettikett?
Können wir leere Schubladen nicht ertragen?

Wer sich mit seinem Kind im Strudel der äußeren Anforderungen, eigenen Wahrnehmung und Einschätzung sowie den Wünschen und Bedürfnissen des Kindes befindet, sehnt sich aus gutem Grund nach einem Namen für das “ Anders sein „. Was keinen Namen hat n‘ existe pas.
Irgendwann die Frage: bin ich behindert? Was auch immer das sein mag.

Wer Hilfen vom Amt bekommen kann, kommt ohne anerkannte Diagnose nicht weit (es muss ja nicht die Richtige sein).
Wer einen Arbeitsplatz braucht, der speziell ausgestattet sein muss, auch nicht.
Das alles wäre kein Ding, wenn da nicht der negative Touch, die “ sei froh dass du mitspielen darfst“ – Haltung der Restwelt wäre.

Auch die schlimmste Schulzeit endet einmal.
Was dann?
Wer bisher mit seinem unsichtbaren “ Handicap “ durch gehalten hat, wird nun konfrontiert mit dem Höher, Weiter , Schneller des täglichen Broterwerbs.
„Alternative“ : Diagnose, SBH , 2. Arbeitsmarkt, Hartz IV.
Pest, Cholera, Pocken oder Aids.
Dann doch lieber Burn Out und Depressionen, immer wieder oder chronisch.

Lichtblick: immer mehr Betroffene fordern für sich offen Teilhabe ein, organisieren sich bei autworker, tokol e.v. , SeHT e.v, ADHS-Deutschland e.V und in vielen Selbsthilfegruppen und Foren.
Anders geht es wohl nicht. Umdenken auf Verordnung klappt nicht und schnell schon gar nicht.

Der Gedanke der Chancengleichheit, und darum geht es letztlich, ist nicht neu. Die Bürgerliche Revolution hatte zunächst auch die Frauen außen vor gelassen, nun ja, wir sind peu à peu auf dem Vormarsch. Sogar in der Schweiz dürfen wir jetzt wählen. Schwule, Migranten und viele andere Personengruppen werden noch immer diskriminiert, aber auch hier geht es voran, wenn auch im Schneckentempo.

Meistens nicht im Focus dieser Diskussionen : die Männer, Heteros, Weißen, Reichen, Gesunden/ Normalen – und andere Menschen der ( vermeintlichen) Mehrheit.

Wie soll Emanzipation, Inklusion oder Diversity gehen, wenn genau diese Personen nichts dazu beitragen müssen?

Wenn sich in Integrationsklassen die I-Kinder ( was für eine Bezeichnung! ), im Job die Frauen, in Ländern mit weißer Mehrheit die Schwarzen etc. anpassen, verbiegen und verleugnen müssen und von den Hinderern jeglicher Coleur nicht das kleinste bisschen Verhaltensänderung verlangt wird, noch nicht einmal thematisiert wird?
Gelungene Integration, wenn noch nach 3 gemeinsamen Schuljahren Klassenkameraden nicht kapiert haben, dass man z.B. einen Menschen mit ASS nicht zu sehr auf die Pelle rückt, dass dieser sich dann i.d. R. bedrängt fühlt und entsprechend reagiert?
Wirklich heavy, wenn man gleich zu mehreren der gehinderten Personengruppen gehört.

Materiell einigermaßen ausgestattet, gelingt es neuro-untypischen Menschen und anderen Gehinderten immer wieder, die vorenthaltene Bildung und gesellschaftliche Stellung trotzdem zu erlangen: sei es autodidaktisch, in Fernkursen, in Vereinen, in Feriencamps und mehr.

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Letztlich lässt Emanzipation sich nicht aufhalten, wenn wir nicht alle einpacken wollen.
Das hat schon der olle Marx erkannt : Kommunismus oder Barbarei 😉

(1) ICD 10 Version 2008
(2) doof bleibt doof da helfen keine Pillen

Mit diesem blogpost beteilige ich mich an den Blogger-Themen-Tagen

#einfachSein

Eine tolle Idee und ein großes Dankeschön an die OrganisatorInnen, die aus dem Autismusspektrum kommen.
Mehr dazu hier

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Seite Tagen versuche ich, mein Admin-Passwort zu rekonstruieren.

Aus aktuellem Anlass hatte ich die glorreiche Eingebung, ein jahrelang funktionierendes Passwort für mein Admin-Benutzerkonto auf meinem eigenen Rechner zu ändern.
Dort befinden sich verschiedene Benutzerkonten, die alle nichts dürfen, nur mein persönliches darf mehr aber nicht alles.
Sicher ist sicher.

Glorreiche Eingebung = Impuls= schnell mal eben gemacht.

Nun ist es ja nicht so, dass ich mir keine Gedanken über das neue Kennwort gemacht hätte.
Praktisch veranlagt nehme das bewährte Passwort, baue vorne noch was dran und hinten auch.
Voilà.
Und weil sicher sicher ist, gebe ich das Ganze entsprechend der Systemaufforderung 2 Mal hintereinander ein und beschreibe mein Tun mit einer “ Eselsbrücke“ für den bestimmt nie eintretenden Fall der Vergesslichkeit.
Enter.
Passwort aufschreiben ist uncool und nicht nötig.

Gedacht-getan-vergessen.

Kein Problem, ich habe ja die Eselsbrücke.
Welche ich selbstredend so formuliert habe, dass nicht jeder Depp erkennt, was gemeint ist.
Ich leider auch nicht (mehr).
Es folgt eine Reihe von Versuchseingaben.
Nix.
Anschließend die mir völlig unsympatische systematische Eingabe aller mir erdenklichen Möglichkeiten, vorher ordentlich aufgeschrieben und dann abgehakt.
Nothing.
Meinem lieben Wochenendbesuch sei hier noch einmal ausdrücklich für die moralische Unterstützung und die Geduld gedankt. Auch meinem guten Freund in der Ferne, der sich die Haare rauft als er hört, dass ich die verwendeten Buchstaben und Zahlen nicht aus logischen oder assoziativen Erwägungen heraus auswähle, sondern emotionale Kriterien verwende. Woher soll er den wissen, welche Buchstaben und Zahlen mir sympathisch sind?

Passwort zurücksetzen. Prima Idee. Dafür muss ich eine entsprechende CD herstellen, für die ich das Passwort brauche. Gruss von der Security.

Weil dieser langweilige systematische Kram nicht gefunzt hat, daddel ich frustriert noch ein wenig nebenbei an der Eingabe herum.
Tata!
Ich bin drin. DAS war es also!

Nun aber. Sofort dieses unglückselige Kennwort ändern:

klick-klickklick-klick-toc-klickklickklick-toc-klick

Es erscheint dir mir bestens vertraute Anzeige:

Das eingegebene Kennwort ist falsch…….arghhhhhh!

Methodenwechsel. Anscheinend hat mein Erfolg nichts mit Systematik, sondern Zufall zu tun. Hatte ich einen „Dreher“ drin, den ich dann auch noch wiederholt habe bei der Einstellungsveränderung?
Ich versuche, mich an meine Handbewegungen zu erinnern. Was haben meine Finger gemacht? Augen zu, schnell eingeben……
Jetzt probiere ich das alles in der Maske “ Kennwort entfernen“ .
Sollte es klappen, bin ich dieses Mistding ein für alle Mal los.
Bis dahin bleibt der Rechner an.
Und da ich mich im Admin- Konto befinde, kann ich alles machen.
Andere leider auch.
Soviel zur Sicherheit.

UPDATE:
Passwort wieder da.
Nichts denken, Augen zu, eingeben.
Wie es hieß, weiß ich immer noch nicht.
Aber jetzt habe ich ein neues, ein sicheres:-)

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1000 Hochzeiten

Und plötzlich bin ich mittendrin.
Keine Ahnung, wie das kam.
War nicht noch soooo viel Zeit?

Freitag Abend einen Vortrag halten, da reicht es doch dicke, Montag mit anzufangen.
Privat, nach der Arbeit, Haushalt und dem täglichen Allerlei.

Cellonterricht, Behördentermin, Gespräch in der Schule.
Und die Fortbildung. Für die ich am liebsten die meiste Zeit des Tages aufwenden würde.

Gesetze sind zum einhalten da:
Also gibt es keinen Beamer, sondern Overhead.
Der Drucker hält gerade nichts von farbigen Seiten. Er behauptet steif und fest, keinen Kontakt zum Rechner zum haben. Bei “ drucken in Graustufen“ ist das mit dem Kontakt kein Problem.
Ja, ich habe die neuen original Farbpatronen richtig eingesetzt.
Nein, niemand will schwarz-weiß Vorträge. Weder hören noch sehen.
Neuinstallation läßt ihn unbeeindruckt.
Coppy-shop.
Das liebe spontane Übernachtungsbesuchs-Trio muss weitgehend allein klar kommen. Zum Glück pflegeleicht und verständnisvoll.
Mein heimischer Teenie zeigt sich zunächst von der besten Seite….um dann wenigsten am 2. Besuchstag die kleine Gruppe bei Unternehmungen zu bereichern.
Ich verkaufe derweil meine Arbeitskraft.

Logo, dass am Ende alles gut wird.
Dafür sind wir doch berühmt.

Aber wegen der Gesetzmäßigkeiten schalte ich jetzt erst mal einen Gang runter.
Entschleunigung- war das nicht mein neues Hobby?

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Stille …

Eins vorweg:
Wir spielen grottenschlecht.
Wir sind Laien, Dilettanten, 9 Menschen zwischen 15 und 60, üben regelmäßig oder nicht, seit kurzem oder langem dabei.
Wir lieben Cello.
Treffen uns 1 Mal im Monat für einige Stunden.
Vorher wird getrennt gelernt.

Unsere Cello-Queen hat beschlossen, dass wir jetzt langsame, getragene Stücke spielen. Da hört man so schön die Fehler.
Mit viel Dynamik – nicht so einfach.

Genauigkeit ist angesagt.
Nix husch-husch-drüber-weg über den komplizierten Takt.

Und Pausen.
Bei 4 oder 5 stimmigen Stücken nicht selten.
Einige von uns haben es immer eilig….und so treiben wir uns gegenseitig durch Gavotten, Sarabanden, Menuette und mehr.

Nein, wir spielen die Pause nicht verkürzt…

…eine beliebte sanfte Rüge unserer Meisterin.

Aufeinander hören sollen wir. Uns ansehen. Und in den Pausen zusammen atmen.
Weder dazwischen quatschen, noch weiter spielen, noch aus dem Fenster starren ….der verpasste Anschluss fast garantiert.

Musik ist auch Stille

Ja, stimmt. Aber was tun, wenn man hibbelig ist?
Auf jeden Fall nicht den Notenständer umschmeißen. Die Notenblätter auf den Boden schubsen ist zwar leiser, stört aber nicht weniger.

Nach 3 1/2 Stunden sind alle müde.
Ob vom Musizieren allein oder von der Beherrschung sei hier dahin gestellt.
Wir hören uns prima an, verglichen mit dem Beginn der Probe.
Alle sind zufrieden, auch die Queen.

Und ich habe eine neue Verbündete: „Rocksongs für Cello“ – darüber werden wir uns heimlich her machen.
Wäre doch gelacht, wenn wir nicht den Rest der Combo im Laufe des Jahres mitreißen könnten.
Nix gegen Klassik.
Aber Cello kann viel mehr, sogar langsam, wie Apocalyptica mit HIM and The Rasmus mit bittersweet zeigen:

Ganz so doll wie Apocalyptica beim Heavy Metall Festival in Wacken 2011 müssen wir es ja nicht treiben.
Nicht (mehr) ganz meine Musikrichtung ,aber dieser zdf-Mitschnitt lohnt sich:

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Take a break

Du schwimmst oben auf. Fühlst dich stark. Hast gute Ideen.
Alles flutscht.

Und dann kommt irgendein “ Hammer „.
Dämpfer.
Aus der Familie, von der Arbeit, Schule, gesundheitlich. Da gibt es viele Möglichkeiten.
So ist das Leben und hat überhaupt nichts mit ADHS zu tun.
Stimmt.

Sehr wohl aber:
Am ersten Tag lachst du noch. Galgenhumor.
Doch du rutscht schon längst….aus – auf dem miesen Gefühl.
Der Frust so groß, wie klein die Panne auch gewesen sein mag.
War an deinem Plan überhaupt irgend etwas Gutes dran?
War doch klar, dass es nicht klappen kann….
Hattest du dich mal wieder in der Abteilung “ Größenwahn“ verloren?

Jegliche Motivation ist Geschichte.
Kannst gar nicht mehr verstehen, wieso die überhaupt da war.

Unendlich schwierig, die Relationen zu erkennen.
Was geht und was geht nicht?
Und warum?
Was kannst du statt dessen tun?
Willst du überhaupt ( noch ) ?
Was, wann und wie?

Es ist schon viel gewonnen, wenn du um diese Schwierigkeiten bei ADHS weißt.
Zumindest weiß der Kopf dann, warum der Bauch so anders drauf ist.
Falls der Kopf noch zu Wort kommt.
Wenn du gut “ trainiert “ bist, dann schnallst du zumindest, dass du jetzt nichts entscheiden solltest – und tust es auch nicht!

Das Gute: irgendwann darf Lady Brain wieder mitreden und dann wird dir eine Lösung einfallen. Eine geniale vielleicht sogar. Nur die Zeit dazwischen ist absolut besch….

Stehaufmännchen.
Frauchen erst Recht😉

Kleiner Tipp zum Aufrappeln : chillen, was Nettes machen und langsam mit den schönen, interessanten Tätigkeiten wieder einsteigen.
Der Appetit kommt dann beim Essen.
Trotzdem: du merkst, wieviel Kraft das braucht.
Das Tempo bestimmst du.

Diesen Luxus haben unsere Kids meistens nicht.

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‚ tschuldigung…

… haben Sie mein Zeitgefühl gesehen?

Meine Güte.
Sich einmal ausgeklinkt, nur für ein paar Tage.
Fast familienfreie Weihnachten. Davor einige Urlaubstage.
Im Büro zwischen den Festtagen auf das kaum klingelnde Telefon aufgepasst.
Mega-ruhiger Jahreswechsel.
All die nervigen “ MUST ‚ S “ standen nicht an.

Schlafen gehen bei Müdigkeit, aufwachen wenn’s genug ist.
Langsam verschiebt sich der Rhythmus….
Keiner, der sich daran stört.
Einmal täglich muss ich mich dann doch ran halten: meine gefühlten 18 h war mindestens schon Tagesschau-Zeit und wer von den Nachbarn will dann noch meine (hier verschmähte) Cello-Akkrobatik nebst Flucherei hören?
Die selbstverständlich anlässlich der sturmfreien Bude beide etwas ausgiebiger ausgefallen sind in letzter Zeit.

Heute dann doch irritiert. Welcher Wochentag ist überhaupt?

Eigentlich bin ich nicht so, wirklich.
Frühaufsteherin, morgens schon der „Kasper aus der Kiste“.
Dann rum daddeln bis der Turbo zum Einsatz kommt und meist so früh los, dass noch Wartezeit entsteht.

Aber dieses gleichmäßige: ich habe frei- – – frei- – – frei – – – Tempo macht mich ganz dösig.
Zur Vermeidung eines selbstverschuldeten Jetlags in 3 Tagen werde ich heute zum wiederholten Male versuchen, nach der Uhrzeit in’s Bett zu krabbeln.

So ist das also, wenn die innere Uhr nicht da ist, unzuverlässig ist oder einfach ein anderes Tempo hat.
Ich verbuche es als Selbstversuch.
Und werde mir Mühe geben, mir diese daraus resultierenden Erkenntnisse zu vergegenwärtigen, wenn hier mal wieder

snake meets turbo

angesagt ist, was oft im Kräftemessen der Naturgewalten “ Tsunami versus Vulkanausbruch“ endet.

Da bevorzugen die Nachbarn dann doch eher mein Cello-Versuchsstudio.
Oder Gitarre mit und ohne Gesang … sogar das ist gefälliger.

Merkwürdig, dass dies mal vor gefühlten 1000 Jahren
mein Lieblingslied war – *hüstel*

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Mach hinne II

Puh, wenn das afrikanische Zeitgefühl auf ADS oder was auch immer Zeitgefühl stößt, kombiniert mit Muttertaubheit, dann sieht das so aus:

Ich jogge mit 2 Zieh-Reisetaschen zum S- Bahnhof, der geliebte Teenie dödelt mit Umhängetasche im “ ich geh in der Sonne spazieren“ -Tempo hinterher….schweiß gebadet S-Bahn und damit Zug am hbf erreicht….dann ist Vaddern dran, aber der hat den eher ruhigen Teil der Reise.

Nun könnte man ja sagen: lass Teenie auflaufen.
Würde ich auch gerne.
Was ich weniger gerne habe, ist den darauf folgenden Ärger.
Nicht mit Teenie, den hätte ich in diesem Fall sogar genossen.

Nein, Vaddern hatte extra einen Kumpel “ angeheuert“ , um gemeinsam Teenie in den gefährlichen Osten zu begleiten. Ist so, dass dunkelhäutige Menschen sich in bestimmte Regionen der Republik gegenseitig begleiten, wenn sie da schon hin fahren.

Ich selbst habe dort nicht mehr Fremdenfeindlichkeit mit Teenie erlebt als hier auch…einschränkend muss ich aber sagen, dass auch ich bestimmte Gebiete als Urlaubsziel von der Karte gestrichen habe. Das tut mir weh. Musste ich doch deshalb 2 lieben Freunden aus einer ostdeutschen Hansestadt aus diesem Grunde dieses Jahr sagen, dass wir keinen gemeinsamen Urlaub machen: Martin Luther kam bei deren Teenie in der Schule dran und es bot sich eine lutherische Sight-Seeing-Reise an, die dann ohne uns statt gefunden hat.

Zurück zu Vaddern: der wäre sauer gewesen, hätte Teenie nicht begleitet und aufgrund des Gepäcks, welches angesichts der Aussicht auf männliche Muskelkraft etwas großzügiger ausgefallen ist ( ja, der blöde Haarglätter konnte nun doch mit, ebenso wie andere lebenswichtige Party-Utensilien ) hätte ich dann mitfahren müssen.
Vom Gemecker Vadderns, Empfehlungen für Erziehungsmaßnahmen incl. der Erwähnung der von mir bereits versäumten Sanktionen die Folgetage ganz zu schweigen.

Am Bundesbahn-Zielort hätten dann weitere Menschen sauer auf mich sein können. Niemand fährt gerne 30 km ohne Grund durch die Pampa und wiederholt das Ganze dann auch noch für Madame, wenn sie denn endlich mal erscheint. Wieweit die Einsicht in meine erzieherische Konsequenz gereicht hätte, kann ich nicht abschätzen. Auf jeden Fall hätten wir keine Pluspunkte für zukünftigen Abhol-Service gesammelt.

Also mütterlichen Turbo höchste Stufe und los geht’s wie beschrieben.

Teenie ist nun selig unter seines Gleichen.
Ich habe pubertätsfreie Tage.
Die Ruhe ist ungewohnt.
Ich kann mich bewegen wie ich will, unkritisiert kauen, sitzen, atmen, husten, lachen, reden, musizieren, nix tun, singen, Musik hören, Buch umblättern….und ins Bad, wann ich will.

Das muss FREIHEIT sein!

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