Feuerdrache

Prüfungszeit ist Alarmstufe rot.
Daran ändern auch Ferien nichts.
Die Präsentationen müssen fertig werden.
Die Lust dazu weit im minus-Bereich.

Prokastination wird groß geschrieben.

N U L L B O C K !

Aufwachen am Sonntag.
Eine Kleinigkeit stimmt nicht.

20130512-101934.jpg

Raus aus dem Bett, Türen knallen, feuerspuckend durch die Wohnung.

Was man jetzt nicht braucht: eine Mutter, die doofe Fragen stellt.
Tut sie aber.
Weil sie denkt, irgendwie muss der Kram ja fertig werden. Und weil ihre blöde Hilfe nicht umsonst gewesen sein soll. Alles nur Ego.

Ich hasse alles was mit Schule und Menschen zu tun hat !

1 Mal richtig rausgebrüllt. Noch ein wenig weiter aufgeregt.
Jaaaaa….. und langsam wieder runter kommen.

„Mum, du bist ein guter Blitzableiter“- sprach’s und wandert zurück in die Koje, es ist erst kurz nach 9.
Bisschen Musik hören, eh‘ es dann doch gut gelaunt an die Arbeit geht ( weil so doof ist das gar nicht, macht sogar ein wenig Spaß, weil das Thema toll ist, aber psssst).

Zurück bleibt eine verdadderte Mum, die in der Küche versucht, in Ruhe ihren Kaffee zu trinken und , was den Sonntagsanfang betrifft, auf “ Reset “ zu gehen.

Ich freue mich mich über Feedback. Um einen Kommentar zu schreiben, muss man nicht registriert sein.

Füürtoorn, allennig

Ich weiß nicht, ob Menschen, die in Partnerschaft ein Kind in‘ s Leben begleiten, eine Vorstellung davon haben, wie es auf Dauer ist, eine Multipersona zu sein.
Nicht nur 2-3 Wochen, sondern immer und immer und immer.

Da ist zuerst die liebevolle Mutter/ Vater in unterschiedlicher Ausprägung:
Verständnisvoll, fordernd, albern, ruhig, unternehmungslustig, häuslich, diskutierend, nähend und bastelnd, vorlesend, Fahrrad schraubend, backend, musizierend, Carrera-Bahn spielend, Spiderman- und Hunderassen – interessiert, nachsichtig und streng.

Vor allem aber: der Leuchtturm, der immer blinkt. Auch wenn die Kids schon so tun, als bräuchten sie das nicht mehr. Kommt Stress bei den Kids auf, meist durch Schule oder Wachstumsschmerzen nicht nur physischer Art, muss das Signal verstärkt werden, aber bitte unauffällig. Wenn nichts mehr sicher scheint – dass Signal ist da.

Sicherheit heißt auch materielle Sicherheit.
Nun ist es aber nicht so, dass der eigene Arbeitsplatz unbedingt ein Hort der Beständigkeit ist.
O.k. , das Gehalt ist am Ersten da. Von Zeit zu Zeit aber müsste man noch Schmerzensgeld oben drauf bekommen. Turbolenzen im Job nehmen keine Rücksicht darauf, dass man ja auch noch ein sicher blinkender Leuchtturm ist.

Das eigene Leben gestalten.
Ja, das geben wir lieber nicht auf. Was bliebe denn dann noch….und doch weiß ich, dass gerade das oftmals nicht mehr möglich ist, neben den anderen Anforderungen. Keine Kraft. So einfach ist das.
Wissend um die negativen Auswirkungen der eigenen Vernachlässigung wird Weiterbildung betrieben und auch Hobbys wieder gepflegt.
Und immer schön weiterblinken dabei…

Haushalt, Reparaturen, Steuer und der ganze Kram, für den nie Zeit ist – und die wenigsten von uns Geld genug haben, um sich Erleichterung dabei zu erkaufen.
Mit Anlauf wird auch das gelegentlich angegangen. Ansonsten gilt: nobody is perfekt.

Und trotzdem kann es passieren: das Leuchtsignal wird schwach….fällt vielleicht für einen Tag fast ganz aus. Bei Teenies nicht sooooo dramatisch, aber wenn die Kinder klein sind, eigentlich unmöglich.

Mutter und Kind-Kuren – manche scheuen sich davor, diese in Anspruch zu nehmen. Da muss man sich einordnen, da sind viele, die ihr Leben nicht auf die Reihe kriegen, da sind „doofe“ Problemkinder und das Essen ist nicht so gut wie zu Hause.
Manches mag zutreffen.
Aber: da sind auch nette Menschen, da ist Zeit für dich selbst, da wird gefragt, ob DU was brauchst.
Eigentlich sollte jede/r Alleinerziehende/r so etwas alle 3 Jahre angeboten bekommen. Starke Eltern – starke Kinder.
Die Kliniken dieses Trägers kann ich uneingeschränkt empfehlen : hier

Von Zeit zu Zeit denke ich an mein Leben als kinderlose Single zurück.
Immer viel um die Ohren. Ständig auf Achse. Mittendrin im Leben.
Pünktlich im 9 Uhr im Büro zu erscheinen, eine Herausforderung.
Ist mir völlig unverständlich, wie ich bei der unheimlich vielen Zeit für mich gestresst sein konnte.
Ich muss eine Andere gewesen sein.

Aber ob’s besser war?
Eher nicht.
Ist ja auch schön zu sehen, dass man alles doch ganz gut hinbekommt. Nur ab und an ein kleines Schlückchen von Asterix Zaubertrank….das wär nicht schlecht 🙂

Ich freue mich über Feedback. Um einen Kommentar zu schreiben, muss man nicht registriert sein.

ist o.k. , Mum

Im Film ist das immer einfach.
Oder ist sogar toll.
Die Eltern sind nicht da.
Sturmfreie Bude, über die sich schon 10jährige freuen.

Gibt ja die beliebten Messenger, an Kommunikationstechnik mangelt es nie.
Wichtige Eltern mit wichtigen Jobs managen das.
Und wenn es Alleinerziehende sind, ein Papi bei „Rennschwein Rudi Rüssel II“ , Mamis bei “ Charly und Louise“ und „Die wilden Hühner“ zum Beispiel, springt für die Kids viel Spaß und Abenteuer und für die Eltern ’ne neue Beziehung bei raus.
Blöd ist, das auch kinderlose Kollegen/Chefs solche medialen Highlights zu Gesicht bekommen können und dann entsprechend Bescheid wissen.

So ist das Leben:

Eben.
Klar, das schlechte Gewissen der Eltern wird auch angedeutet, aber angesichts der Prachtexemplare von superautonomen Kids eigentlich nicht nötig.
Ich frage mich immer, warum solche Filme nicht so enden: Kind zieht zu anderen Kindern und Eltern machen was ihnen Spaß macht und gleichzeitig die Karriere fördert.
Man kann ja mal zusammen mit den outgesourcten Kids in den Zoo, Kino oder sogar Theater gehen.

Ah ja, solche Filme, nur ohne Zoo und Kultur gibts auch. Die heißen dann Problemfilme und keiner
wundert sich, dass aus den Kids nichts wird. Da machen die Eltern nicht Karriere, sondern arbeiten: als Krankenschwester, in der Fabrik, im Restaurant.
Schön zu verfolgen in den allseits beliebten Doku-Soaps. Nein, ich suche jetzt keine raus, mir langt schon, dort gelegentlich reingezappt zu haben.

Auch romantisch verklärt in der „Roten Zora “ , „Huckleberry Finn “ und “ Pippi Langstrumpf“ erzählt, was wirklich tolle Bücher und Filme sind und um Längen besser als die Ersterwähnten.
Weil aber alle wissen, dass dies nicht die Lösung ist, erwartet auch keiner, dass man sein Kind einfach nach seiner Façon leben lässt.


Im Gegenteil, in unsere Erwachsenen – Lebensweise passte das nicht.
Denn Zora, Huck und Pippi würden uns was husten.

Als bekennende Rabenmutter muss ich nun diese Zerreißprobe wieder einmal aushalten.
Nein, es gibt keine Verwandten hier oder andere Eltern, die ausgerechnet in der Prüfungswoche Teenie-Übernachtungsparty in ihren vier Wänden haben möchten.
Natürlich haben wir rumgefragt, seit Wochen schon. Eine Katze unterzubringen, kann einfacher sein….
Teenie selbst möchte in dieser Zeit eigentlich keine Action.
Aber ist schon vernünftig und sagt: ist o.k. Mum und freut sich doch, dass die Nachbarn da sind.

Gestern unverhofftes Glück: kurzfristig fällt Vaddern’s Nachtschicht aus und Teenies Heimathafen ist zumindest Nachts nicht leer.
Ein Hoch auf Fortuna, den gelungenen Wechsel von der Partnerschaft zur Freundschaft und die betagte Besuchercouch!

Nahrung für einige Tage ist da, denn wenigstens das hat die dienstreisende Rabenmutter hin bekommen.

Ich freue mich über Feedback. Um einen Kommentar zu schreiben, muss man nicht registriert sein.